Boulet Notes 10Boulet lockt mit einem Cover-Entwurf für den 10. Band seiner „Notes“-Reihe, der aber erst im Januar 2016 erscheinen wird.
    Seine „Notes“ nehmen schon jetzt viel Regalplatz bei mir ein, aber meinetwegen darf er weiterhin jährlich einen neuen veröffentlichen. In den Kommentaren zu seiner Ankündigung des 10. Bandes erklärt er jedoch, dass er auf seinem Blog (bouletcorp.com) weiterhin nur gelegentlich etwas Neues veröffentlichen wird, um nicht den Spaß daran zu verlieren. Somit ist sein Vorrat an Blog-Comics langsam aufgebraucht und nach den 10. Notes werden wir wohl etwas länger auf den 11. Band warten müssen.

    Bei der Gelegenheit habe ich auch erfahren, wer das Mädchen auf diesem Cover ist (und sie tauchte auch schon auf anderen Notes-Covern auf). Sie dreht dem Betrachter jedoch immer den Rücken zu.
    Es handelt sich um Lolita Séchan, die von ihrem Vater viel besungene Tochter von Renaud. Sie ist selbst Autorin von Kinderbüchern (3 Titel habe ich auf der Fnac-Seite entdeckt) und Comic-Szenarios – und Boulet ist mit ihr befreundet!
    Veinard! Glückspilz, elender!

    Apropos gelegentliche Blog-Beiträge:
    Habt ihr schon Boulets überzeugende „Diskussion“ mit Georges Brassens gesehen? Boulet nimmt hier auf Brassens‘ Lied „Le Grand Pan“ Bezug (fr / en) und zeigt den Himmel, wie er ihn sieht und verteidigt die Wissenschaften gegenüber dem Vorwurf, die Poesie auf dem Gewissen zu haben.
    Seinen liebevollen Animationen, die er hier auf einer meterlangen Seite ausrollt, kann man zumindest nicht absprechen, poetisch zu sein.

      fauve-charlie-colStatt – wie es ebenfalls bereits im Gespräch war – dem Magazin Charlie Hebdo den Grand Prix des Festivals zu verleihen, hat man sich entschieden, einen neuen Preis auszuschreiben, einen Preis der freien Meinungsäußerung. Dieser Preis soll auch in Zukunft Teil des Festivals werden und so auf Dauer an die Opfer des Attentats vom 7. Januar erinnern und Zeichner und ihre Werke auszeichnen, die ebenso unbeirrbar ihre Gedanken und Meinungen äußern wie die Charlie Hebdo-Zeichner Cabu, Wolinski, Charb, Tignous und Honoré.

      Weitere Informationen zu dem neuen Preis auf der offiziellen Seite des Festivals:
      http://www.bdangouleme.com/655,le-42e-festival-d-angouleme-et-charlie-hebdo

      Der „Prix de la liberté d’expression“ wurde auf dem Comic-Festival, das in diesen Tagen zum 42. Mal in Angoulême stattfindet, dem Zeichner und Comic-Verleger Jean-Christophe Menu überreicht, der die Überlebenden der Charlie Hebdo-Redaktion vertrat. Diese hatten nicht erscheinen wollen. Er hat das Magazin aber würdig vertreten und kein Blatt vor den Mund genommen. Bei der Preisverleihung am vergangenen Donnerstagabend in Angoulême sprach er zunächst leidenschaftlich über die Solidaritätsbekundungen mit Charlie Hebdo: „Je suis Charlie, das heißt eben nicht, die Glocken von Notre-Dame läuten zu lassen und diejenigen zu Nationalhelden zu erklären, die auf die Macht in allen ihren Formen immer nur geschissen haben.
      Weiter hat Jean-Christophe Menu den (anwesenden) Bürgermeister der Stadt aufs Korn genommen, da dieser vor ein paar Wochen Absperrgitter um öffentliche Bänke hatte errichten lassen, um Obdachlose zu vertreiben: „Charlie lacht, wenn der Bürgermeister von Angoulême Zookäfige um öffentliche Bänke setzen lässt. Je suis Charlie ist kein Slogan, Charlie sagt dem Bürgermeister, dass er ein ‚con‚ (Idiot o.ä.) ist – das richte ich hiermit aus„.

      (Zitiert und übersetzt nach dem Bericht im Figaro, www.lefigaro.fr und dem von Le Monde, www.lemonde.fr)

        Cover - Notes 8 - Les 24 heuresDer neue Band mit Boulets (eigentlich Gilles Roussel) „Notes“ versammelt seine Ergebnisse eines regelmäßig stattfindenden Wettstreits zwischen Comic-Autoren, dessen Bedingungen eigentlich an Folter grenzen. „Les 24 heures“ werden im Rahmen von Festivals wie dem in Angoulême oder Montreal veranstaltet. Dabei bekommen die Zeichner immer genau 24 Stunden Zeit, um eine abgeschlossene Geschichte auf 24 Seiten zu erzählen. Damit sowohl das Szenario als auch die Zeichnungen tatsächlich nur in diesem vorgegebenen Zeitraum entstehen können, wird das Thema erst bei Beginn der Veranstaltung ausgegeben.

        Warum sich so viele Comiczeichner dennoch diese Tour de force antun, kann man erahnen, wenn man die eigens für diesen Band gezeichneten Extra-Seiten zwischen den eigentlichen Festivalbeiträgen liest.
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          Am Freitag wurde ich überraschend bei der Heimfahrt in eine Diskussion über amerikanische Superhelden hineingezogen, wenn auch nur als Radio-Zuhörer.

          Wenn es zeitlich passt, höre ich ab 17 Uhr oft ins SWR2 Forum rein. Wenn mir die Thematik passt, dann höre ich die Sendung, bis ich zu Hause bin. Wenn mir das Thema so sehr liegt wie dieses, dann nutze ich auch das Podcast-Angebot zur Sendung (das ist hier zu finden: swr.de)
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            Eine Reise ist zwar selten lustig oder schön, aber notwendig, wenn man zum Comic-Salon Erlangen möchte, aber nicht in der Gegend wohnt. Nachdem ich den Fronleichnam in dieser gastfreundlichen und comicophilen Stadt verbracht habe, erscheint mir ein Umzug dorthin sehr reizvoll.

            Eingang Comic Salon Erlangen 2012

            Eingang zum Comic-Mekka in der Heinrich Lades-Halle mit dem Boxer von Reinhard Kleist


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              Zum Gedenken an Jean Giraud, der am 10. März 2012 verstarb, haben ihm viele Kollegen ein zeichnerisches Denkmal gesetzt und in dieser Form Abschied genommen. Jean Giraud, der sich mit so unterschiedlichen Comics wie der Westernserie „Blueberry“ oder dem Science Fiction-Trip „Der Incal“ in der Geschichte der Neunten Kunst verewigt hat, veröffentlichte seine fantastischen und experimentellen Comics unter dem Namen Moebius.

              Leider kann ich selbst mangels Talent fürs Zeichnen nichts Eigenes beitragen. Deshalb habe ich hier stattdessen eine Auswahl von Hommages einiger begabter Künstler zusammengestellt:

              Unter den Bildern findet ihr jeweils einen Link zu den Webseiten (und Comics) der Künstler.
              Da das aber mühsames Copy&Paste erfordert, habe ich die Quellen hier auch noch einmal als Liste:

              1) Boulet: www.bouletcorp.com
              2) Sarah Burrini: http://sarahburrini.com
              3) Claus Ast: http://skizzenblog.clausast.de
              4) Klem Kanthesis: http://kanthesis.blogspot.de/2012/07/hommage-jean-moebius-giraud.html

                Auf dem für Freunde der Neunten Kunst nicht ganz unbedeutenden „39. Festival international de la bande dessinée“ in Angoulême sind am vergangenen Wochenende diverse Preise verliehen worden. Allein zwölf Preise gehören zum offiziellen Wettbewerb und mittlerweile werden auch einige Nebenpreise verliehen. Am meisten Aufmerksamkeit zieht aber jedes Jahr der Preis für das beste Album auf sich.

                Cover des Albums "Chroniques de Jérusalem" von Guy Delisle, ausgezeichnet als Meilleur Album in AngoulêmeDieses Jahr wurden die „Chroniques de Jérusalem“ des Kanadiers Guy Delisle als das „Meilleur Album“ ausgezeichnet. Wie schon in vorhergehenden Comicbänden berichtet er auch hier von seinen Erlebnissen bei längeren Auslandsaufenthalten. Nach seinen Reisen nach China, Birma und Nordkorea erzählt er in den „Chroniques“ von seiner Zeit in Israel. Dorthin hatte es ihn mit seiner Frau, die für die Médecins sans frontières arbeitet, und seinen beiden Kindern verschlagen.

                Der 332 Seiten starke Comicband hat Tagebuchcharakter, denn Delisle lässt den Leser an seiner Perspektive und seinen Gedanken teilhaben. So werden auch Hintergrundinformationen zur Geschichte Jerusalems in Dialoge eingebunden, in denen der manchmal überfordert wirkende Familienvater von Dritten aufgeklärt wird.
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                  Zur Comicreihe Largo Winch kam am 16. Februar Teil 2, „The Burma Conspiracy„, in die französischen und belgischen Kinos. Somit scheine ich nicht der einzige gewesen zu sein, der den ersten Teil wirklich sehenswert fand.
                  Largo Winch 2 - The Burma Conspiracy
                  Die Comicreihe von Schriftsteller Jean Van Hamme und Zeichner Philippe Francq ist zwar eine der erfolgreichsten französischsprachigen Serien, aber das hat schließlich noch lange nicht zur Folge, dass auch eine Filmadaption funktioniert oder ebenfalls erfolgreich ist.
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                    Kafka von Crumb und MairowitzKurz und knapp ist dieses Buch wirklich, wenig Text und viele Bilder – damit ist man schnell fertig.

                    Man erfährt etwas über die Lebensumstände der Juden in Prag zu Beginn des letzten Jahrhunderts, wie Kafka damit klar kommt und wie er sich allgemein fühlt. Genauer dargestellt wird, welche Bedeutung sein Vater für Franz Kafka hat. Die Übermacht des Vaters wird durch Bruchstücke aus der Erzählung „Das Urteil“ veranschaulicht, so wie das Leben Kafkas mit seiner elterlichen Familie durch „Die Verwandlung“ illustriert wird.

                    Auch die weiteren Texte Kafkas (u. a. „Der Prozess“, „Das Schloss“, „Ein Hungerkünstler“) werden jeweils mit seinem Leben in Verbindung gebracht. Dabei wird sein Verhältnis zu Frauen und zur Sexualität angesprochen, seine gesundheitliche Disposition, die Geschichte seiner Manuskripte und seine Nachwirkung. Das Nachwort geht noch genauer auf den „Brief an den Vater“ ein.
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                      deutsches Kinoplakat zu Adèle Blanc-SecAdèle, die seit dem 14. April auf den französischen Leinwänden ihre extraordinären Abenteuer erlebt, kommt am 30. September auch nach Deutschland.

                      Dass es Luc Bessons neuer Film „Adèle Blanc-Sec“ erst jetzt über die so nahe Grenze geschafft hat, erstaunt kaum, wenn man bedenkt, dass „Oscar et la dame en rose“ oder Joann Sfars Film zu „Gainsbourg“ für diesen Schritt noch länger gebraucht haben (werden).

                      Viel kurioser erscheint doch, dass eine andere Comicverfilmung – immerhin mit französischsprachigen Schauspielern realisiert – längst in den deutschen Kinos lief, aber noch nicht in den französischen: „Vertraute Fremde„, nach dem Manga von Jiro Taniguchi, wird in Frankreich erst am 24. November anlaufen. Noch habe ich den Film nicht gesehen und ich bin auch nicht sehr zuversichtlich, denn die Stimmung der Comicvorlage hat mich ganz und gar einfangen können und es ist fraglich, ob das bei dem aus Japan nach Frankreich „transportierte“ Film ebenfalls funktioniert. Den ganzen Beitrag lesen »

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