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19. November 2014

Boulets Notes 8, „Les 24 heures“

Filed under: Allgemein,Comics — Schlagwörter: , , , — Bruno @ 07:41

    Cover - Notes 8 - Les 24 heuresDer neue Band mit Boulets (eigentlich Gilles Roussel) „Notes“ versammelt seine Ergebnisse eines regelmäßig stattfindenden Wettstreits zwischen Comic-Autoren, dessen Bedingungen eigentlich an Folter grenzen. „Les 24 heures“ werden im Rahmen von Festivals wie dem in Angoulême oder Montreal veranstaltet. Dabei bekommen die Zeichner immer genau 24 Stunden Zeit, um eine abgeschlossene Geschichte auf 24 Seiten zu erzählen. Damit sowohl das Szenario als auch die Zeichnungen tatsächlich nur in diesem vorgegebenen Zeitraum entstehen können, wird das Thema erst bei Beginn der Veranstaltung ausgegeben.

    Warum sich so viele Comiczeichner dennoch diese Tour de force antun, kann man erahnen, wenn man die eigens für diesen Band gezeichneten Extra-Seiten zwischen den eigentlichen Festivalbeiträgen liest.

    Boulets Geschichte vom Festival in Angoulême 2010 hatte mich schon einmal zu einem Beitrag hingerissen). Wie dieses Resultat einer 24-Stunden-Session wurden auch alle anderen, die im achten Band von Boulets „Notes“ versammelt sind, bereits auf seinem Blog und zeitweise auch auf den Seiten der Festivals veröffentlicht. Wer seine Arbeiten verfolgt, darf somit nichts überraschend Neues erwarten. Aber das gilt natürlich für alle Bände seiner „Notes“, die seine Weblog-Einträge versammeln, wenn auch etwas angereichert durch zusätzliche Zeichnungen oder Comicseiten.

    Die Seiten, die er für die Übergänge zwischen den Kurzgeschichten in seinem neuen Band geschrieben hat, beschreiben einerseits die Bedingungen bei dieser speziellen Veranstaltung, dann wieder berichtet Boulet von den Problemen der Autoren, die richtige Inspiration zu finden, oder sich mit dem Thema zu arrangieren. Schließlich erzählt er dabei viel von seiner eigenen Arbeitsweise und seinen Lernprozessen, die nötig waren, um seinen eigenen Stil gelöst von übermächtigen Vorbildern zu entwickeln. Diese Gedanken zur Dramaturgie in Comics oder zum Umgang mit Klischees machen dieses Buch zu etwas Besonderem.

    presentation - Odalisque 03 de boulet
    In „L’Odalisque“ bemüht sich eine junge Künstlerin mit immer mehr Nachdruck, ihre Werke im Museum unterzubringen

    Eine Übersetzung der „Notizbücher“ von Boulet steht wohl kaum in Aussicht. Aber viele der Geschichten in diesem Band kommen ganz ohne Sprache aus. Ein tragikomisches Beispiel, in dem er übrigens einen deutlich anderen Zeichenstil verwendet als sonst, ist die Geschichte von der jungen Künstlerin, die ihre Werke unbedingt ins Museum bringen will:
    www.bouletcorp.com – L’Odalisque de Boulet

    Boulets Blog wird aber auch nach und nach auch ins Englische übersetzt, somit steht auf dieser Seite einer Lektüre sicherlich wenig im Wege:
    english.bouletcorp.com

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